Dez 31, 2018
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Charles Richet

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Charles Richet Charles Robert Richet (* 25. oder 26. August 1850 in Paris; † 4. Dezember 1935 ebenda) war ein französischer Mediziner und Physiologe, der 1913 für seine Forschungsarbeit zur Anaphylaxie den Nobelpreis für Medizin erhielt. Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten] Richet wurde 1850 als Sohn von Alfred Richet, Professor an der Fakultät für Klinische Chirurgie…

Charles Richet

Charles Robert Richet (* 25. oder 26. August 1850 in Paris; † 4. Dezember 1935 ebenda) war ein französischer Mediziner und Physiologe, der 1913 für seine Forschungsarbeit zur Anaphylaxie den Nobelpreis für Medizin erhielt.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Richet wurde 1850 als Sohn von Alfred Richet, Professor an der Fakultät für Klinische Chirurgie in Paris, und seiner Frau Eugenie geboren.

Sein Studium in Paris schloss er 1869 mit einem Doktortitel in Medizin ab. Einen weiteren Doktortitel für Naturwissenschaften erhielt er 1878. Im Jahr 1887 wurde er als Professor für Physiologie an die Medizinische Fakultät Paris berufen. Er war Herausgeber der Revue Scientifique (1878–1887), Mitherausgeber des Journal et de Pathologie Générale (ab 1917) und Präsident der Society for Psychical Research (ab 1905). 1914 wurde er zum Mitglied der Académie des sciences gewählt. Der Russischen Akademie der Wissenschaften in Sankt Petersburg gehörte er seit 1912 als korrespondierendes Mitglied an.

Charles Richet starb im Jahr 1935 im Alter von 85 Jahren in Paris.

Privatleben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1877 heiratete er Amélie Aubry, mit der er fünf Söhne und zwei Töchter hatte. Sein Sohn Charles wurde wie sein Vater Professor an der Medizinischen Fakultät Paris.

Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Richet arbeitete an einem großen Spektrum physiologischer Fragestellungen. Dabei begann er seine Arbeit mit zwischen 1885 und 1895 getätigten Forschungen über die Temperaturregulation gleichwarmer Tiere, vor allem über den Schutz vor Überhitzung durch Schwitzen und die Temperaturerhöhung beim Zittern. In Experimenten konnte er zeigen, dass sich im Blut Antikörper gegen Krankheitserreger nach einer Impfung bilden und führte die erste Serumimpfung am Menschen am 6. Dezember 1890 durch. Den Nobelpreis erhielt er allerdings für seine Forschung über Anaphylaxie, also die Überreaktion des Körpers bei bestimmten Stoffen (s. auch Allergien). Er wendete diesen Begriff erstmals an und meinte damit eine Reaktion auf injizierte Stoffe oder Gifte. Er konnte zeigen, dass injizierte Proteine die Zusammensetzung der Körperflüssigkeiten, insbesondere das Blut, sofort und nachhaltig verändern konnten.

Neben seinen medizinischen Tätigkeiten brachte er großes Interesse für den Spiritismus auf und schrieb einige Romane. Ebenfalls forschte Richet in der Parapsychologie. Er wohnte mehreren Séances bei. Richet übertrug den Begriff Ektoplasma in die Parapsychologie, worunter die Substanz verstanden wird, welche den Medien bei Sitzungen aus den Körperöffnungen strömt.

U.a. entwickelte der französische Psychiater Édouard Toulouse zusammen mit ihm Ende des 19. Jahrhunderts die auch nach ihnen benannte Methode der natriumarmen Ernährung zur Unterstützung der Bromtherapie bei Epilepsie (Toulouse-Richet-Methode)

1913 erhielt er den Nobelpreis für Physiologie und Medizin in Anerkennung seiner Arbeit über Anaphylaxie.

Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Des propriétés chimiques et physiologiques du Suc Gastrique chez l’Homme et chez les Animaux. 1878
  • Physiologie des muscles et des nerfs. 1882
  • Essai de psychologie générale. 1888
  • La chaleur animale. Alcan, 1889
  • Pour les Grands et les Petits. Fables. 1891
  • Experimentelle Studien auf dem Gebiete der Gedankenübertragung und des sogenannten Hellsehens. Übersetzt und herausgegeben von Albert von Schrenck-Notzing. Enke, Stuttgart 1891; Nachdruck: Experimentelles Hellsehen. Bohmeier, Leipzig 2006, ISBN 978-3-89094-484-5
    • Fabeln. Mit einem Briefe Sully Prud’hommes an Charles Richet. Gebrüder Paetel, Berlin 1914
  • Physiologie. Travaux du laboratoire de M. Charles Richet. 7 Bände. Alcan, 1893–1917
  • L’Anaphylaxie. 1911
    • Die Anaphylaxie. Akademische Verlagsgesellschaft, Leipzig 1920
  • Abrégé d’histoire générale. Essai sur le passé de l’homme et des sociétés humaines. 1919
    • Allgemeine Kulturgeschichte. Versuch einer Geschichte der Menschheit von den ältesten Tagen bis zur Gegenwart. 2 Bände. 2. verbesserte u. vermehrte Auflage. Verlag für Kulturpolitik, München/Berlin. Band 1: Von der Urgeschichte bis zur französischen Revolution. 1919, Band 2: Die Herrschaft der Wissenschaft (1789–1914). 1920
  • L’homme stupide. Verlag Flammarion, Paris 1919.
    • Der Mensch ist dumm. Satirische Bilder aus der Geschichte der menschlichen Dummheiten. Verlag Neues Vaterland, Berlin 1922, DNB 575813547.
  • Traité de Métapsychique. 1922
    • Grundriss der Parapsychologie und Parapsychophysik. Geleitwort von A. v. Schrenck-Notzing. Union, Stuttgart 1923; Sarastro, Paderborn 2011, ISBN 978-3-943233568.
  • Charles Richet. Die Medizin der Gegenwart in Selbstdarstellungen. F. Meiner, Leipzig 1928.
  • Souvenirs d’un physiologiste. 1933.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Werner E. Gerabek: Richet, Charles Robert. In: Werner E. Gerabek, Bernhard D. Haage, Gundolf Keil, Wolfgang Wegner (Hrsg.): Enzyklopädie Medizingeschichte. De Gruyter, Berlin/ New York 2005, ISBN 3-11-015714-4, S. 1249 f.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Charles Richet – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Literatur von und über Charles Richet im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
  • Informationen der Nobelstiftung zur Preisverleihung 1913 an Charles Richet (englisch)
  • whonamedit:Charles Robert Richet (engl.)
  • Kurzbiografie und Verweise auf digitale Quellen im Virtual Laboratory des Max-Planck-Instituts für Wissenschaftsgeschichte (englisch)
  • Richets Dictionnaire de physiologie (1895–1928) als Faksimile

Belege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Allgemein · Charles · Richet

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