Dez 31, 2018
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Albert von Schrenck-Notzing

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Albert Freiherr von Schrenck-Notzing (* 18. Mai 1862 in Osternburg, jetzt Oldenburg; † 12. Februar 1929 in München) war ein deutscher Mediziner und ein Pionier der Psychotherapie und der Parapsychologie. Herkunft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten] Albert von Schrenck-Notzing entstammte dem alten Münchner Patriziergeschlecht der Schrenck von Notzing. Er war der Sohn des Rittmeisters Franz von Schrenck-Notzing…

Albert Freiherr von Schrenck-Notzing (* 18. Mai 1862 in Osternburg, jetzt Oldenburg; † 12. Februar 1929 in München) war ein deutscher Mediziner und ein Pionier der Psychotherapie und der Parapsychologie.

Herkunft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Albert von Schrenck-Notzing entstammte dem alten Münchner Patriziergeschlecht der Schrenck von Notzing. Er war der Sohn des Rittmeisters Franz von Schrenck-Notzing (1824–1905) und dessen Ehefrau Meta Abbes (1842–1904). Sein Bruder Hermann (1863–1926) war Oberstleutnant, sein Onkel Wilhelm von Schrenck-Notzing (1828–1892) war Oberbürgermeister von Oldenburg.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hypnose bei Schrenck-Notzing, Gemäldeskizze von Albert von Keller, um 1885

Er studierte in München Medizin und promovierte 1888. Im darauffolgenden Jahr ließ er sich in München als praktischer Arzt nieder. Er widmete sich der medizinischen Psychologie und war der erste Psychotherapeut im süddeutschen Raum.

Bekannt wurde Schrenck-Notzing unter anderem durch seine Experimente mit Hypnose. 1886 gründete er mit dem Philosophen Carl du Prel in München die Psychologische Gesellschaft, die sich mit Themen befasste, welche heute überwiegend der Parapsychologie zugeordnet werden. Bekannt sind etwa Thomas Manns Berichte über Versuche mit dem Medium Willi Schneider, die in den frühen zwanziger Jahren stattfanden. Schrenck-Notzing interessierte sich vor allem für das therapeutische Potential der Hypnose. Als Psychotherapeut entwickelte er neue Methoden zur Behandlung Sexueller Dysfunktionen und der Neurasthenie.

Familie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schrenck-Notzing heiratete 1892 Gabriele Siegle (1872–1953), eine Tochter des Industriellen Gustav von Siegle. Mit ihr hatte er zwei Söhne:

  • Leopold (1894–1970), 1929–1945 Mitglied des Aufsichtsrats der I. G. Farbenindustrie AG
⚭ 1918 (Geschieden 1936) Gräfin Elisabeth von Arco-Zinneberg (1891–1938)[1] (Enkelin von Maximilian von Arco-Zinneberg)
⚭ Vera Michaelis (* 1910)
  • Gustav (1896–1943) Rittmeister, Kommandeur des Heeresrennstalls ⚭ 1923 (Geschieden 1937) Marta Wedekind (* 1902) (Eltern des Publizisten Caspar von Schrenck-Notzing)

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ein Beitrag zur therapeutischen Verwertung des Hypnotismus, Vogel, Leipzig 1888, (Dissertation) (Digitalisat)
  • Der Hypnotismus im Münchener Krankenhause (links der Isar): eine kritische Studie über die Gefahren der Suggestivbehandlung, Abel, Leipzig 1894, (Digitalisat)
  • Ueber Spaltung der Persönlichkeit, Wien 1896
  • Suggestion und Erinnerverfälschung im Bertoldprozeß, Leipzig 1897
  • Materialisations-Phänomene, Reinhardt, München 1914 (DNB-Link)
  • Physikalische Phänomene des Mediumismus, Reinhardt, München 1920
  • Experimente der Fernbewegung (Telekinese) im psychologischen Institut der Münchener Universität Union, Stuttgart 1924
  • Der Betrug des Mediums Ladislaus Laszlo, Leipzig 1924
  • Grundfragen der Parapsychologie (1929)
  • Die Entwicklung des Okkultismus zur wissenschaftlichen Parapsychologie in Deutschland. Leipzig 1932

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Eberhard Bauer: Schrenck von Notzing, Albert Philibert Franz Freiherr. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 23, Duncker & Humblot, Berlin 2007, ISBN 978-3-428-11204-3, S. 544 f. (Digitalisat).
  • Manfred Dierks: Thomas Manns Geisterbaron. Leben und Werk des Freiherrn Albert von Schrenck-Notzing. Psychosozial-Verlag, Gießen, 2012, ISBN 978-3-89806-811-6
  • Andreas Fischer: In der Dunkelkammer eines Medienforschers. Albert von Schrenck-Notzing. In: Claudia Dichter, Hans Günter Golinski, Michael Krajewski, Susanne Zander (Hrsg.): The Message. Kunst und Okkultismus. Art and Occultism. Mit einem Essay von / With an Essay by André Breton. Walther König, Köln 2007, ISBN 978-3-86560-342-5, S. 137–142 (Ausstellungskatalog).
  • Timon Kuff: Albert Freiherr von Schrenck-Notzing. In: Volkmar Sigusch, Günter Grau (Hrsg.): Personenlexikon der Sexualforschung. Campus Verlag, Frankfurt u. a. 2009, ISBN 978-3-593-39049-9, S. 639–643.
  • Timon L. Kuff: Okkulte Ästhetik. Wunschfiguren des Unbewussten im Werk von Albert von Schrenck-Notzing. Psychosozial- Verlag, Gießen 2011, ISBN 978-3-8379-2136-6

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Albert von Schrenck-Notzing – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Literatur von und über Albert von Schrenck-Notzing im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
  • Schrenck-Notzings Experimente zum „physikalischen Mediumismus“ (Memento vom 30. November 2009 im Internet Archive)
  • Thomas Mann beobachtet eine Mediumistische Sitzung (Memento vom 17. November 2005 im Internet Archive)
  • The Message – Das Medium als Künstler Ausstellung mit Albert von Schrenck-Notzing im Museum Bochum 2008 (Memento vom 11. Februar 2012 im Internet Archive)

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Elizabeth Gräfin von und zu Arco-Zinneberg auf thepeerage.com, abgerufen am 18. September 2016 (englisch)

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Albert · Allgemein · Schrenck-Notzing

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